„Das deutsche Wolgagebiet. Eine unvollendete Fotogeschichte.“ – Fotoausstellung in der Kreissparkasse Gelnhausen

„Das deutsche Wolgagebiet. Eine unvollendete Fotogeschichte.“ – Fotoausstellung in der Kreissparkasse Gelnhausen

 

​In der Galerie der Kreissparkasse Gelnhausen hat Stefan Hummel, Leiter Privatkunden, eine Fotoausstellung des Vereins  Sprach- und Partnerschaftsinitiative eröffnet. Unter dem Titel „Das deutsche Wolgagebiet. Eine unvollendete Fotogeschichte.“ werden einzigartige Fotografien aus den staatlichen und regionalen Archiven Russlands und Deutschlands zum Zeitpunkt der Gründung der deutschen Wolgaautonomie gezeigt.

„Die Kreissparkasse Gelnhausen steht für ein ausgeprägtes gesellschaftliches Engagement in der Region und trägt als Partner lokaler Initiativen aktiv zur kulturellen und sozialen Entwicklung bei. Aus diesem Grund haben wir Ihnen auch sehr gern unsere Räumlichkeiten für Ihre Ausstellung zur Verfügung gestellt,“ sagte Stefan Hummel und wünschte viel Erfolg und zahlreiche Besucher.

Die historischen Aufnahmen zeigen den Aufstieg und den Fall der Republik an der Wolga. Sie sind Zeugen des Lebens während der Hungersnot der Jahre 1921 und 1922 und der Kollektivierung und veranschaulichen eindrucksvoll den Kampf gegen die Religion. Die Fotografien geben darüber hinaus einen Einblick in die Alltagskultur. 50 Fotografien aus insgesamt 130 erstmals digitalisierten historischen Aufnahmen sind zu sehen. Ergänzt wird die Ausstellung durch vier Fotokataloge.

Die Ausstellung entstand aus Anlass des 100. Jahrestages der Gründung der deutschen Autonomie an der Wolga und war inzwischen in Bayreuth, Hanau, Wiesbaden, Zerbst, Dresden, Freital, München, Potsdam, Detmold und Berlin zu sehen. Der Verein Sprach- und Partnerschaftsinitiative präsentiert die Ausstellung in Kooperation mit dem Internationalen Verband der deutschen Kultur.

Hintergrund der Ausstellung

Ende des 18. Jahrhunderts siedelten tausende Deutsche auf Einladung Katharinas der Großen in Gebiete ins russländische Zarenreich über, besonders an die Wolga. Einer der Sammelpunkte war die Stadt Büdingen in Hessen.  Über mehrere Generationen pflegten die Einwanderer die mitgebrachte Sprache, Tradition und Kultur.

Nach der Russischen Revolution 1917 wurde dem wolgadeutschen Gebiet territoriale Autonomie zugestanden. Die Auflösung der Autonomie erfolgte 1941 mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in die UdSSR. Die Wolgadeutschen wurden nach Sibirien, Kasachstan, und in den hohen Norden deportiert, ohne Recht auf Rückkehr in die Heimatgebiete. Heute gibt es in Russland keine deutsche territoriale Autonomie mehr, jedoch leben etwa 200.000 Russlanddeutsche als nationale Minderheit im ganzen Land zerstreut. Über 2.500.000 Menschen sind als deutsche Aussiedler von dem gesamten postsowjetischen Raum seit 1988 nach Deutschland gekommen.

Über den Verein

Der Verein als Begegnungsstätte „Zuhause in Gelnhausen und Main-Kinzig-Kreis“ um Dr. Olga Martens unterstützt seit 2022 speziell Spätaussiedler und fördert den interkulturellen Austausch sowie die sprachliche Integration in der Region. Durch Projekte und kulturelle Veranstaltungen stärkt er das Gemeinschaftsgefühl und unterstützt die Menschen dabei, ihre Geschichten zu teilen. Dr. Olga Martens, die lange Zeit als Repräsentantin der deutschen Minderheit in Russland tätig war, und ihr Team freuen sich auf Interessierte in den Räumlichkeiten der Begegnungsstätte      Kremp´sche Spitze 12 in Gelnhausen-Haitz.

Die Fotoausstellung ist bis zum 27. Februar während der Öffnungszeiten der Hauptstelle in der Barbarossastraße zu sehen. Interessierte können über info@spi-verein.de Kontakt mit dem Verein aufnehmen.

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